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Die Tsunami 2004 in Ao Nang (Teil 2)

Die Rettungsaktionen gingen bis zum Sonnenuntergang, dann hörte man aus Sicherheitsgründen auf. Es wurde ständig von einer weiteren Welle gesprochen. Am Strand sah es schlimm aus, überall zerstörte Boote.
Am Strand sah es erstmal schlimm aus. In Ao Nang wurde jedoch bis auf eine Frau beim Last Cafe niemand verletzt. Sie blieb stehen, während alle anderen über die Brücke den Berg hoch liefen und sagte noch: "welches Boot macht denn solch eine Welle…?"
An diesem Strandabschnitt war die Last Fischermann Bar stark getroffen. Nebenan wurde ein Auto und zahlreiche Mopeds von der Welle in den Klong gespült. Auch die Massagehütten hatten arg gelitten. Es war aber eine Massage Damen, die die Leute an dem Strandabschnitt gewarnt hatte. Sie hatte einen Anruf aus Phuket erhalten, wo die Welle einige Minuten früher einschlug als in Ao Nang.

Es gibt noch eine Geschichte von einem Engländer der sein Motorrad retten wollte. Er kam gerade vom Pai Plong Beach zurück und war noch oben auf dem Berg als er die Welle sah, er ging dann runter um das Moped zu retten aber die Welle war schneller und so wurde er in die Sträucher gedrückt und sein Ohr wurde fast ganz abgerissen. Als er ins Krankenhaus kam war er der Erste und so haben sie ihm das Ohr mit 16 Stichen wieder angenäht. Danach war das Krankenhaus hoffnungslos überlastet.

Was war sonst noch passiert? Die Mauer vom Golden Beach Resort war zum Teil umgefallen, das lag aber wohl an der einfachen Bauweise. Der Schneider im Phra Nang Inn Hotel,hatte die Scheiben kaputt und alle seine Stoffballen waren ins Meer gespült worden. An deren Stelle stand nun ein Moped mittend in seinem Laden, das von der Welle durch die Scheibe hineingedrückt worden war.
Gleich nebenan stand eines der "3 Rad Moped Taxis" mitten im Restaurant vom Phra Nang Inn. Der Rest der Beach Straße war nur verdreckt. Etwas schlimmer sah es an der Hat Nopparathara Beach aus:

Unter der Brücke waren ca. 40 - 50 Boote zerquetscht worden, die Straße war voller Steine, von der noch nicht fertig gestellten Uferbefestigung und auf der anderen Straßenseite beim "Daeng Plaza" waren einige Gebäude (Units) zum Teil zerstört. Die Straße wurde jedoch schnell mit einem Caterpillar sauber gemacht, so das Polizei und Rettungskräfte dort durchfahren konnten.

Da immer noch von einer weiteren Welle die Rede war, wurde abends der Strand gesperrt und auch die Restaurants. Am anderen Morgen wurde die Straße und der Bürgersteig gereinigt. Die Strandstraße war stark verschmutzt Es wurde weiter nach Vermissten gesucht und auch Tote wurden an Land gebracht, alleine 16 von Koh Hong. Die Meldungen über Tote von Koh Phi Phi erhöhte sich ständig, ebenso die Meldungen aus Khao Lak.

Es war schnell klar, das Ao Nang und Patong am besten weg gekommen waren. Auf Phuket hatte es die Kamala Beach am schwersten getroffen. Abends standen dann Hunderte von Menschen am Strand und schauten aufs Meer. Die Restaurants waren aus Sicherheitsgründen noch immer gesperrt und oben am Berg war alles brechend voll.

Irgendwann schrie eine Touristin: "da kommt wieder eine Welle..."
Ich war gerade auf dem Weg zur Beach, kurz vor dem Phra Nang Inn Hotel, als ich eine Menschenmasse, Mopeds und Autos, alles zusammen hupend und in 4er Reihen den Berg hochkommen sah. Ich konnte gerade noch umdrehen und bin bis zum Diver's Inn kommen.

Das Lokal war voll bis auf den letzten Stuhl aber nur 30 Sekunden später rannte alles in Panik den Berg hoch. Nur Reinhard, Wolfgang und ich blieben Sitzen, da uns klar war, dass die Welle bis hierher nicht kommen würde. Zum Glück war es aber nur eine hysterische Lady, die diese Panik ausgelöst hatte. In dem Lokal blieben Handys, Taschen usw. zurück. Bis auf einen Tisch kamen alle wieder und haben ihre Rechnung bezahlt. Manche erst nach einigen Stunden.
Wir haben bis in die frühen Morgenstunden ausgeharrt und das Fernsehprogramm verfolgt aber von einer weiteren Welle war nicht mehr die Rede.

Am nächsten Morgen wurde mit der Bergung der Boote begonnen. Die Motoren wurden von dem Technik College umsonst repariert und auch die Ersatzteile wurden von wurden von Firmen wie Toyota und Co. kostenlos zur Verfügung gestellt. Die kaputten Mopeds wurden nach Krabi gebracht, man bekam eine Nr. und konnte später sein repariertes umsonst abholen.

Es kamen erste Lieferungen mit Wasser, Lebensmitteln, Kleider usw. Die Hilfe untereinander war überwältigend. In den Lokalen standen Schilder man möge doch etwas an Kleidung Spenden. Beim Jürgen kommt ein Gast rein, sieht das Schild und zieht spontan sein T Shirt aus und spendet es. Am Strand wurde Holz abgeladen, die Banken brachten Sonnenschirme und verschiedene Geschäfte Elektrowerkzeug und man fing an die Boote zu reparieren.

Es kamen Handwerker aus Krabi und Umgebung und ständig wurden neue Boote angeschleppt. Am nächsten Morgen dann die Horrormeldung: Alle Pauschalreisenden müssen bis zum 07.01.2005 die Heimreise antreten." Das war für die Leute vor Ort die zweite. Katastrophe. Ao Nang war schon wieder vollkommen hergestellt.

Der Betrieb am Strand lief normal und die Urlauber genossen das schöne Wetter. Die wirkliche Katastrophe hatte sich in Indonesien, Khao Lak und auf Koh Phi Phi ereignet. Wir betrieben derweil diese Webs,eite um den Leuten mit zahlreichen Bildern mitzuteilen, das Ao Nang verschont geblieben war und das keiner seinen Urlaub stornieren oder verschieben musste. Die Menschen hier vor Ort brauchten nun jeden einzelnen Touristen.

Dann, am 31.12.2004 fand sich folgender Eintrag in unserem Gästebuch:
"Hallo Herr Drubel, hallo Herr Winterfeld,
vielen Dank für Ihre Informationen. Zum Glück wurden nicht alle Strände so sehr in Mitleidenschaft gezogen. Es ist sehr beruhigend: Alles ist aufgeräumt und blitzblank sauber. Man kann weiterhin günstigen und idyllischen Urlaub verbringen. Herrlich! Leute, habt Ihr noch alle Tassen im Schrank? Habt ihr nur ansatzweise begriffen was geschehen ist? Wisst Ihr was Taktgefühl, Pietät oder einfach nur Anstand bedeuten? Und bitte verschont uns mit Eurer Heuchelei: "Die Leute brauchen die Touristen" etc. Hey, es herrscht Wassermangel, es drohen Seuchen und Hungersnot! Und da sollen die Resourcen für ein paar entspannungsbedürftige Sesselpupser drauf gehen? Wer es wirklich ernst meint bleibt zu Hause und spendet das Geld. Gruß Eric…
"

Die deutsche Sensationspresse hatte ganze Arbeit geleistet. Für den deutschen Fernsehzuschauer war offensichtlich ganz Thailand dem Erdboden gleich gemacht. Defakto hatte es in Ao Nang zu keinem Zeitpunkt Wassermangel oder sonst was gegeben. Im Gegenteil: nach ein paar Tagen wurden Spenden aus Ao Nang in einem Konvoi nach Khao Lak gebracht. Alle Thais haben gebetet, dass die Touristen wieder kommen mögen. Dann, anfang Februar kamen die ersten Skandinavier wieder und nachdem sich einige deutsche Fernsehsender praktisch für die "übertriebene Panikmache" entschuldigt hatten, wachte auch Neckermann und Co gaaanz langsam auf und flog die ersten Touristen wieder nach Thailand.

Für viele Laden & Restaurantbesitzer kehrten die Touristen jedoch zu spät zurück. Sie hatten zum Teil in der Vorsaison ihre Läden usw. renoviert und konnten dann im Frühjahr, wegen der komplett und zu 100% ausgefallenen Saison ihre Jahresmiete nicht mehr bezahlen und gingen Pleite.