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Die Tsunami in Ao Nang (2004)

Es war ein schöner Morgen in Ao Nang, der 26.Dezember 2004. Um 9.00 Uhr, kurz nach dem Aufstehen trank ich erst mal einen Kaffee und warf den Computer an um zu sehen was es so Neues gibt. Die üblichen Meldungen, kein Hinweis auf ein Erdbeben oder etwas Ähnliches.

Gegen 10.00 Uhr hatte ich einen Termin wegen eines Landverkaufs und eine halbe Stunde später fuhr ich mit dem Moped auf einem kleinen Umweg und ausnahmsweise nicht am Strand entlang, in den Nachbarort "Klong Heang", um dort einen "Fried Rice" zum Frühstück zu Essen. Dort, nur ein paar km von Ao Nang entfernt ist die Welt noch in Ordnung und man erlebt so ein bisschen das ursprüngliche Thailand. Man bekommt dort eine komplette Malzeit für nur 20,- Baht, unter anderem eine super Nudel Suppe und es ist sicher die beste in der Gegend.

Nach dem ausgiebigen Frühstück fuhr ich wieder zurück nach Ao Nang über die Klong Hang Road, eine Abkürzung die bei der Touristen Polizei in Ao Nang wieder auf die Hauptstraße trifft. Auf halbem Weg hielt mich ein bekannter Thai auf und erzählte mir, dass alle Longtail Boote kaputt wären… Ich dachte der Spinnt oder hat ein schlechtes Gras geraucht, wer macht denn über Nacht alle Boote kaputt? Sollte ein genervter Tourist vielleicht einen Anschlag gemacht haben?

Noch ein paar Meter weiter treffe ich den "Corel Herman" und der sagt: "bin ich froh das ich kein Boot mehr habe, unten am Strand sind alle Boote kaputt“. Ich konnte mir immer noch keinen Reim darauf machen was da nun passiert sein sollte. Als ich dann endlich bei der Touristen Polizei wieder auf die Hauptstraße treffe, sehe ich rechts mehrere Leute auf der Brücke stehen und nach unten gucken. Ich nix wie hin und dann sah ich Bescherung: Alle Boote waren unter die Brücke gedrückt.

Alle Boote, die hier im Fluss über Nacht parken hatte "irgend etwas" unter die Brücke gedrückt und zerquetscht. Ein paar Meter weiter war die Luna Bar und das Wangsai Seafood Restaurant übel zugerichtet und das ganze Inventar lag verstreut auf der Straße, ebenso wie die ganzen Steine, von der noch nicht fertigen Uferbefestigung. Es gab da kein Durchkommen mehr.

Ich fuhr dann die paar Meter zurück zum Ao Nang Strand und ging zu Aqua Vision, ich wollte endlich wissen, was da passiert war. Es sollte eine Welle gewesen sein, die am Strand eingeschlagen war und man versuchte nun verzweifelt Kontakt zu den Tauchbooten zu bekommen, die am Morgen zum Sharkpoint und nach Koh Phi Phi ausgelaufen waren. Nach einiger Zeit kam aber der Stefan von Kon Tiki und wusste, daß beide Boote in Ordnung seien und keinem Taucher etwas passiert wäre.

Die Steine der Uferbefestigung lagen auf der Straße, es gab kein Durchkommen. Ich unterhielt mich noch mit dem Andreas über die Tsunami und das Beben und er sagte mir, dass noch eine zweite Welle erwartet würde, die etwas stärker sein sollte und er habe schon die Firmenpapiere und andere wichtige Unterlagen in Sicherheit gebracht. Verletzte oder gar Tote schien es in Ao Nang bis dahin nicht gegeben zu haben, also wollte ich zunächst mal nach Hause fahren und meine Kamera holen.

An der Ecke vom Phra Nang Inn fingen plötzlich die Leute am Strand an zu schreien und zu rufen. Ich schaue nach rechts aufs Meer und da sehe ich eine weiße Welle, ungefähr auf halbem Weg nach Poda auf Ao Nang zurollen. Hunderte von Schaulustigen hatten sich inzwischen am Strand versammelt aber keiner machte irgendwelche Anstalten wegzulaufen.

Ich bin daraufhin erstmal vom Strand weg zum Jürgen ins "Diver's Inn" und sagte ihm, dass noch eine Welle kommt. Er meinte nur „wenn ich nachher Zeit habe, gehe ich auch mal runter schauen…“ Man konnte sich immer noch nicht vorstellen, was da gerade passiert war und noch passierte.

Ich habe dann meine Kamera geholt aber als ich zurück kam zum Strand war schon alles abgesperrt. Auf einem kleinen Umweg über Klong Heang und am Boxstadium vorbei kam ich dann aber doch noch zum Strand. Überall war mittlerweile Polizei, Krankenwagen und Rettungs Fahrzeuge. Ich machte ein paar Bilder und es kam wie es kommen musste, Akku leer. Also zurück nach Hause zum Laden, den Computer an und erst mal sehen, was alles passiert ist.

Schon kamen ersten Meldungen von Verletzten und Toten aus Phuket und Khao Lak. Zuerst war allerdings nur von Verletzten die Rede, später dann auch Tote und die Zahlen mußten stündlich nach oben korrigiert werden. Ich rief dann erst mal zu Hause in Deutschland an um Bescheid zu sagen, das mir nichts passiert war.

Nach dem die Batterien dann wieder aufgeladen waren, fuhr ich wieder runter zum Strand und schoss ein paar Bilder. Dann kamen von überall nur noch Horrormeldungen und immer wieder war die Rede von Krabi, bis uns klar wurde das wohl die Phi Phi Inselni gemeint waren, die ja zur Provinz Krabi gehören.

Dann kamen ein Anruf und eine Mail nach der anderen. Immer wieder das gleiche, uns allen war nichts passiert und man konnte sich nur schwer Vorstellen wie das in Phi Phi oder Khao Lak aussah. Später dann kamen die ersten Bilder und Videos im Fernseher. Schlimm auch die Meldungen von der Railay Beach. Aqua Vision kam dann später zurück mit ihrem Speedboot und hat auch noch geholfen, Leute von Poda Lek und Chicken Island zu holen. Dann kamen die ersten Aufrufe wegen Spenden. Man brauchte erstmal Blut und Klamotten, viele hatten alles verloren. Dann hatte Gerd die Idee einige Bilder ins Netz zu stellen um allen Bekannten und Freunden zu zeigen das Ao Nang von der Welle fast verschont geblieben war und das war der Anfang dieser Webseite: www.aonang.de